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Thema  |
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St. Alphonzo
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Deutschland
551 Beiträge |
Erstellt am: 01.11.2009 : 20:52:14 Uhr
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Hi Hansi,
Sao Pedro habe ich zuvor noch nie gehört. Erstaunlich schwächelnd für einen 11 Jahre alten VP.
Ich beschäftige mich seit 3 Tagen mit NV Quinta do Vallado 20 years old Tawny.
Ich habe leider keine Notitzen an Tag 1 und 2 gemacht. Deshalb aus der Erinnerung.
Die Farbe ist ein reines Bernstein. Leicht trüb. In der Regel ein gutes Zeichen, auf das Selbstbewusstsein des Erzeugers hinweisend. Wer nicht filtiert, muss sich ob der Qualität schon ziemlich sicher sein. Die Nase an Tag 1 sehr intensiv mit Zitrus, Trockenpflaume, nussig. Heute nicht mehr so vielschichtig und ein bisschen spritig.
Im Mund an Tag 1 frisch mit deutlich reduzierter Süße. Ich empfand ihn am Anfang im Mund regelrecht als "trocken". Ein absolutes Feuerwerk an Aromen, kräftig, wild changierend. Intensive Zitrusnoten, erinnerten stark an einen Madeira, sowie nussig, trocken, hat mich sofort an einen trockenen Sherry erinnert, darüber hinaus Zigarrenkiste, frische Orange (!), Trockenpflaume. Gewaltiger Nachhall, der rund 2 Minuten andauert. Ich war ganz schön aus dem Häuschen. Beeindruckt hat mich diese lebendige Vielschichtigkeit und dieser für mich absolut exotische Stil. Man hatte den Eindruck, jeder Schluck bietet eine neue geschmackliche Variation des Themas. Hier genau das, was ich beim Niepoort 10 year old vermisst habe. Ein Unterschied als würde man den Blick in einen Tunnel mit dem über eine weite Landschaft vergleichen. Insgesamt ein sehr interessanter Stil, abseits des Mainstreams. Heute Abend zeigt er sich gesammelt, ruhig. Schöne Aromen, von Zitrus dominiert, ohne das Wilde des ersten Tages, die Spannung etwas verloren, immer noch lang im Nachhall.
Am ersten Tag für mich Anfang Mitte 90, heute Anfang 90. Ein 20 Jahre alter Tawny, den ich sehr empfehlen würde. Der 10 Jahre alte soll übrigens auch sehr gut sein.
Cheers, Al
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Hansi
Advanced Member
  
Denmark
249 Beiträge |
Erstellt am: 02.11.2009 : 13:42:07 Uhr
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Hej Al,
Sao Pedro das Aguias, wie der Wein mit vollem Namen heisst, ist googlebar. Bei http://www.90pluswines.com/ gibt Parker dem Vintage 2000 90 PP bei einem Preis von 140 dollar. Ich würde dem 98-er knapp 80 PP geben, und habe 12 Euro geblecht. Gibt es dafür eine vernünftige Erklärung??? Quinta do Vallado hört sich wirklich spannend an. Kann ich hier auch bestellen. Mal sehen, ob ich deine Begeisterung teile.
Gruss Hansi
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St. Alphonzo
Advanced Member
  
Deutschland
551 Beiträge |
Erstellt am: 02.11.2009 : 14:15:52 Uhr
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Hi Hansi,
im winesearcher ist der 2000er mit um die 30 EUR gelistet, nur 2 Anbieter, aus USA. Vielleicht hat ihn ein vormals einziger Anbieter für 95 EUR angeboten . Das mit den Preisen ist wahrscheinlich eher Folklore, denn erst gemeint. Jeder 2000er für 95 EUR, außer Nacional und Vargellas VV, wäre lachhaft. Die offenbar unterschiedliche Qualität zwischen 2000 und 1998 ist wahrscheinlich in den Jahrgangsunterschieden zu suchen. Stichwort: Kleiner Wein in großem Jahr. Bei Portwein würde ich mich eher nicht an Parker orientieren. Die Parker-Bewertungen würden voraussichtlich aber dann wichtig werden, wenn man wieder verkaufen möchte.
Der Vallado kommt bei den Amis um R. Hersh nicht so gut weg. Hersh hat ihm "nur" 92 Punkte gegeben, sein Adlatus gar nur 89. 92 sind für mich mindestens 2 zu wenig. Dieser Tawny hat echten Charakter.
Bei uns kostet der 20 Jahre alte Tawny im günstigsten mir bekannten Fall 42 EUR. Ein absolut angemessener Preis für die Qualität. Der 10 Jahre alte Tawny kostet um die 25 EUR. Wie sieht das Preisniveau in DK aus?
Cheers, Al |
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rieslingmaster72
Advanced Member
  
Schweiz
200 Beiträge |
Erstellt am: 02.11.2009 : 16:21:52 Uhr
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Hi Al,
hast du schon was aus 2007 probiert ?? Wie siehst du den Jahrgang ??
Besten Dank.
Dominik |
Glücklich sein ist nicht das wichtigste im Leben, sondern lebendig zu sein. Erich Fromm |
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St. Alphonzo
Advanced Member
  
Deutschland
551 Beiträge |
Erstellt am: 02.11.2009 : 17:27:59 Uhr
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Hi Dominik,
ich habe aus 2007 noch nichts probiert, kann aus eigener Erfahrung also nichts beisteuern. Die maßgeblichen Autoren R. Mayson und J. Suckling sind sich aber einig, dass es sich um einen großen, klassischen Jahrgang handeln soll. Auch Jamie Goode ist sehr angetan. 2007 soll eher auf der eleganten Seite sein, im Gegensatz zu dem Blockbuster 2003. R. Mayson äußert sich konkret auf seiner website http://www.richardmayson.com/Port_Notes/. Es sollte interessant sein, in 20 Jahren die stilistischen Unterschiede von 2000, 2003 und 2007 zu erschmecken.
Cheers, Al |
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St. Alphonzo
Advanced Member
  
Deutschland
551 Beiträge |
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rieslingmaster72
Advanced Member
  
Schweiz
200 Beiträge |
Erstellt am: 02.11.2009 : 20:36:58 Uhr
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Zitat: Original erstellt von: St. Alphonzo
Übrigens: Dieser Seite sollte man als Portliebhaber immer wieder einmal einen Besuch abstatten.
http://www.thevintageportsite.com/vintage.aspx/2007/#202
Obschon eine Erzeugerseite, ist sie sehr informativ.
Hi Al,
thanks für die Infos !
Gruss
Dominik |
Glücklich sein ist nicht das wichtigste im Leben, sondern lebendig zu sein. Erich Fromm |
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St. Alphonzo
Advanced Member
  
Deutschland
551 Beiträge |
Erstellt am: 03.11.2009 : 13:31:13 Uhr
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Hallo Dominik und Hansi,
ich möchte noch die Besprechung einiger 2007 VP von Jamie Goode nachliefern.
http://www.wineanorak.com/douro/vintageport2007.htm
Die Einleitung ist sehr interessant. Sie deutet an, worauf es bei der Einschätzung junger VP letztlich ankommt. Sehr sympathisch, dass er einräumt (noch) kein ausgesprochener Experte für junge VP zu sein und sich im Laufe der Zeit immer mehr an das Thema herangetastet zu haben. Ein wohltuender Kontrast zu den (inzwischen) vielen selbsternannten "Lichtgestalten" in Sachen Portwein- "Experten", die sich mit dem Thema seit 2 oder 3 Jahren beschäftigen, zwei Mal im Jahr an den Douro fahren, sich ein paar Faßproben eines jungen VP-Jahrgangs schicken lassen oder von einer noch höher gestellten Persönlichkeit (jetzt wird es langsam eng mit dem Platz unter dem blauen Himmel ) zur freudigen Verkostung eingeladen werden. Mit einer atemberaubenden Selbstverständlichkeit wird dann verkündet, der (unfertige!!!) VP werde sich von 2026 bis 2061 am besten trinken lassen. Absolut grotesk wird es schließlich, wenn die Kompetenz eines James Suckling, der sich seit dem VP-Jahrgang 1980 professionell mit der Einschätzung junger VP beschäftigt, offen angezweifelt wird. Ja, und auch bei den "nachrückenden" professionellen Talenten lohnt sich ein genaues Hinschauen. Da wird innerhalb von 15 Monaten aus einem mediokren Vintage Port mit 87 Punkten einer der beiden Stars des Jahrgangs, was am eigenen Maßstab gemessen 94 Punkten entspräche. Eine Steigerung von 7 Punkten innerhalb von 15 Monaten! So schnell kann sich Vintage Port entwickeln ! Ende der galligen Durchsage .
Cheers, Al |
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Hansi
Advanced Member
  
Denmark
249 Beiträge |
Erstellt am: 03.11.2009 : 14:31:43 Uhr
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Hej Al und alle,
danke für die beiden Links. Obwohl ich mir keinen 2007-er Vintage kaufen werde, weil ich den, wenn er reif ist, im besten Fall aus der Schnabeltasse trinken könnte... Das mit den Punkten ist natürlich keine Wissenschaft, und einem Wein nach einer Fassprobe den Höhepunkt in 36,5 Jahre vorauszusagen, ist reine Spekulation. Was mich an dem oben behandelten Sao Pedro wunderte, war mehr, dass ein Produzent, der sich mit einem Vintage 1998, den normalerweise kein seriöses Haus auf den Markt bringen würde, als Discountproduzent outet (12 Euro...), zwei Jahre später, bei allen Vorbehalten gegen Parkers Port-tester und unter Berücksichtigng des erheblichen Jahrgangsunterschiedes, auf einmal ein ernstzunehmendes Produkt hergestellt haben soll. Im übrigen kostet der Quinta do Vallado 20 years hier 43 Euro, also in etwa soviel wie in D. Die Preise hier sind aber generell ganz verwirrend, ich habe hier z.B. den Ouinta do Pego Vintage 2000 im Angebot für lächerliche 14 Euro gekauft, und ihn seit dem nicht meht unter 36 Euro gesehen.
Gruss Hansi |
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St. Alphonzo
Advanced Member
  
Deutschland
551 Beiträge |
Erstellt am: 03.11.2009 : 14:59:26 Uhr
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Zitat: Original erstellt von: Hansi
Obwohl ich mir keinen 2007-er Vintage kaufen werde, weil ich den, wenn er reif ist, im besten Fall aus der Schnabeltasse trinken könnte...
Vor allem stellt sich die Frage, ob man ihn jetzt kaufen muss. Die Vorverkaufspreise waren recht interessant. Nun liegen sie auf dem (hohen) Niveau von 2003. Dabei hieß es, seitens der Erzeuger würden deutlich geringe Preise gefordert werden. Allerdings soll der Jahrgang von den Endkunden sehr gut aufgenommen worden sein. So ist das mit dem Handel und "Jahrhundertjahrgängen".
Zitat: Original erstellt von: Hansi
Was mich an dem oben behandelten Sao Pedro wunderte, war mehr, dass ein Produzent, der sich mit einem Vintage 1998, den normalerweise kein seriöses Haus auf den Markt bringen würde, als Discountproduzent outet (12 Euro...), zwei Jahre später, bei allen Vorbehalten gegen Parkers Port-tester und unter Berücksichtigng des erheblichen Jahrgangsunterschiedes, auf einmal ein ernstzunehmendes Produkt hergestellt haben soll.
Kann es an der Flasche gelegen haben? Immerhin müssen die Erzeuger beim IVDP ein Geschmacksmuster abliefern. Andererseits ist die Existenz von 1989 Cruz VP nicht zu leugnen  .
Zitat: Original erstellt von: Hansi
Ouinta do Pego Vintage 2000 im Angebot für lächerliche 14 Euro gekauft, und ihn seit dem nicht meht unter 36 Euro gesehen.
Super Preis! Glückwunsch! .
Cheers, Al |
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